Mutig leben - was heißt das?

Wieso mutig leben?

 

Ich habe mir immer gewünscht, mutig zu sein. Obwohl viele mich für taff hielten und ich mich scheinbar mutig verhielt, hatte ich viel Angst und fühlte mich sehr unsicher. Und ich wollte mich gerne anders fühlen - wenn nicht sogar anders sein. 

Aber die meisten Geschichten über mutiges Verhalten oder Menschen, die ich las oder sah, entmutigten mich. Denkt nur an den letzten Blockbuster, den ihr im Fernsehen gesehen habt! Ich bezweifelte, dass ich, wenn es drauf ankam, so mutig sein konnte. Und drunter gab's für mich nichts. 

Kürzlich aber las ich einen Text auf der Facebook Seite der OSHO Times , der Mut auf eine Art definierte, mit der ich endlich etwas anfangen konnte: Nicht als Persönlichkeitsmerkmal, das man entweder hat oder nicht. Sondern als ein Prozess, und, in gewissem Sinn, als etwas Alltägliches. 

Also, für den Zweck dieses Blogs, und meines Lebens, halte ich es mit Osho: Mut ist die Fähigkeit, bewusst inmitten der Unsicherheit zu leben, die das Leben selbst ist. 

 

 

 

Ok, hab den Titel kapiert. Und? Wieso gleich ein Blog? 

 

Lange Jahre habe ich mich depressiv und ängstlich gefühlt, und darunter gelitten. Diese Gefühle habe ich auf verschiedene Weise zu kompensieren gesucht - ohne damit je an die Wurzel meiner Lage zu gelangen. Obwohl meine Heilung bereits vor etwa zehn Jahren begann, fühle ich mich erst jetzt bereit, meine Erfahrung mit anderen zu teilen. 

Ich habe lange geglaubt, ganz allein mit diesen Problemen zu sein, und dass sich deshalb niemand für das interessieren würde, was ich gelernt habe. Heute wähle ich, zu denken, dass es Menschen gibt, denen meine Erfahrung weiter helfen könnte.

Es hat mich viel Mut gekostet, zur Wurzel meines Leidens zu schauen, und immer wieder hin zu schauen. Und auch heute noch brauche ich dafür Mut.

Diesen Mut möchte ich ehren - aber nicht nur in mir, sondern auch in dir: 
Ich möchte deinen Mut ehren, der dich dazu gebracht hat, den Blick nach innen zu wenden, zu den Orten wo du am allerwenigsten hinschauen wolltest. Den Mut, der es dir ermöglicht hat, um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen. Der es dir erlaubte, dich tiefer für dich selbst zu öffnen, als du es je für möglich gehalten hattest.